Forum Gästebuch
Szenenbedarf: Zusammenklappbares Gästebett, ein Stuhl, Schlappen für Sohn und Vater, ein großes Buch wo das Märchen eingeklebt ist

Sohn kommt mit einem Jogging Anzug gähnend(mit Hand vor dem Mund) zum Bett und legt sich rein. Der Vater kommt hinterher und setzt sich auf den Stuhl, streichelt seinen Sohn über die Haare!
Will aufstehen und gehen…

Sohn: Pappa liest du mir noch ein Märchen vor?!! Bitte…!

Vater: Alles klar keiner Mann. Ich lese dir ein kleines Märchen vor. (nimmt das Buch unter seinem Bett, indem das gleich zu lesende Märchen eingeklebt ist) Soll es ein Märchen aus sehr alter Zeit oder ein jüngeres sein?

Sohn: Bitte ein jüngeres

Vater: (fängt an zu suchen, stoppt und lächelt) Da haben wir ja eins:

Vor nicht all zu langer Zeit lebten die Muslime auf der ganzen Welt und ganz besonders in Deutschland noch gespalten in Grüppchen, Denkrichtungen und Nationalitäten vor sich hin. Und wie das so ist, hielten sich die Anhänger jeder einzelnen Gruppe natürlich selbst für die besten Muslime.
Wenn man sie fragte, ob sie Muslim seien, sagten sie:
(mit hoher Betonung und Ausdruckstärke vorlesen:)
ALLAH SEI DANK, ICH BIN MUSLIM!!!
(stimme runter)Doch für ihre Glaubensbrüder hatten sie nicht viel übrig. So grüßten sie die Muslime anderer Gruppen nur selten, wenn sie wussten, dass sie vom anderen Lager sind.
Sie bauten auch alle ihre eigenen Moscheen, welche immer in den Gebetszeiten fast leer waren.
Jede Gruppe schürte diesen unislamischen Zustand, indem sie manchmal böse Lügen über die Anderen erfanden. Sie erzählten ihren nichtdenkenden Mitgliedern, wie anders die anderen seien. In Wirklichkeit waren es nur kleine Unterschiede, doch das verschwieg man geschickt.
Irgendwann waren die Muslime sogar so zerstritten, dass sie nicht mal gemeinsam zusammenkommen konnten, um für ein islamisches Problem zu demonstrieren. So war es dann auch, dass man es gerade auf 2000 Muslime in einer Großstadt brachte, als andere den Propheten böse darstellten.

Die Lage der Muslime war natürlich für deren Feinde ein gefundenes Fressen.
Sie konnten sich über sie lustig machen,
Geschichten über sie erfinden,
sie aus ihrem Land vertreiben,
ihre Länder angreifen
und ihren Glauben nicht so ausleben lassen, wie sie es wollten.

Sohn(total verwundert) Sooooo blöd waren wir Mal Papi?!!! Nein jetzt hör aber auf. Das ist wieder so ein übertriebenes Märchen von dir.

Vater: (lächelnd) Doch mein Sohn. Kaum zu glauben, aber so soll es wirklich mal gewesen sein!

Sohn: (mit weiten Augen) Nee Papi. Wirklich jetzt?

Vater: (Nachgebend da sonst der Sohn nicht schlafen kann). Du weißt doch, es ist bloß ein Märchen. Also beruhige dich wieder. Es geht ja weiter mit den Muslimen. Die Erde drehte sich nämlich auch für die Muslime von damals:

Jedes muslimische Grüppchen kochte also sein eigenes Süppchen.
Doch die Suppe war nicht besonders nahrhaft. Zuerst mochten es die Kinder dieser Grüppchen nicht mehr, sobald sie zu kleinen Männern wurden. Sie kehrten der Gruppe den Rücken.
Die Suppe schmeckte auch des Öfteren den Älteren der Grüppchen nicht wirklich. Man schaffte es aber immer wieder, dieses Süppchen schmackhaft zu machen und sie darauf einzuschwören.
Jahre vergingen und man schwor weiter auf die gleiche Suppe.
Doch die Zweifel wuchsen an dieser Suppe.

Dann traf Allahs Segen für die Muslime ein.
Irgendwann dachten sich ein paar Muslime unterschiedlicher Grüppchen, dass dies so nicht weitergehen kann!!! Deshalb beschlossen sie, die Mauern in den Köpfen der Muslime niederzureißen. Doch das war natürlich nicht leicht, denn die Mauer hatte viele Bauherren:
Die Geschichte,
die Unwissenheit,
die Führer ,
die Gewohnheiten und
die Traditionen, welche damals noch als Teil der Religion galten.

Sohn: Ohrrrrr, die armen Muslime!!!

Die Muslime von damals träumten großes und begannen mit kleinen Schritten. So fingen sie an, ihren eigenen Anhängern zu erzählen, dass die Muslime anderer Grüppchen auch ihre Brüder und Schwestern sind.
Die Meinungsführer dieser Grüppchen sprachen nicht immer ganz offen dagegen, sie blockierten aber so geschickt sie nur konnten. Sie fürchteten nämlich um ihre Macht!
Doch soviel brauchte man gegen den Gedanken der Brüderlichkeit gar nicht tun, denn die Unwissenheit der Muslime in jedem Grüppchen war so groß, dass dies ausreichte die Mauer stabil zu halten. Wann immer eine Mauer zu kippen drohte,
eilten die freiwilligen Helfer vom technischen Hilfswerk der Unwissenheit zur Hilfe.
Das war der älteste Verein der Menschheit. Er zählte viele Mitglieder:
Männer,
Frauen,
Kinder und
viele kleine Teufel.
Viele Mitglieder schwören diesem Verein noch heute ihre Treue.
Und das Beste ist, das viele gar nicht von ihrer Mitgliedschaft wissen.
Das wirksamste Vereinswerkzeug war die Berührungsangst vor seinem eigenen Religionsbruder und Schwester.
Viele Muslime wollten also an die Brüderlichkeit nicht so recht glauben, denn sie waren ja im festen glauben, dass nur sie das Richtige tun.
Doch die Muslime, welche an die Brüderlichkeit glaubten, arbeiteten weiter.

Sohn:( total neugierig) Haben sie es geschafft? Wie denn!!!?

Es vergingen Jahre und das Bemühen um Zusammenkunft warf seine Früchte ab.

Zuerst fingen die Kinder dieser Muslime an Freundschaften zu schließen.
Sie ließen sich nicht durch die Geschichte beirren. Auch ließen sich nicht durch die Vorurteile ihrer eigenen Eltern gegen ihre muslimischen Freunde von ihrem rechten Pfad abbringen.Auch gingen sie in die Moscheen der Muslime anderer Grüppchen.
Sie trennten nicht mehr.
Sie störte auch nicht, dass sie in anderen Moscheen anfangs ganz blöde angeschaut wurden.
Es legte sich mit der Zeit.
Die Kinder beeinflussten mit ihren Verhalten nun ihre eigenen Eltern. So besuchten sich dann auch die Eltern irgendwann.
Zuerst mussten die Kinder sie überreden, doch dann machten sie es freiwillig von alleine. Und es machte ihnen riesigen Spaß. Sie sahen wie andere Muslime den Islam aus einem anderen Blickwinkel betrachteten und dies bereicherte sie.
Diese neue Situation beflügelte die Eltern sehr.
Sie schlugen vor, dass man die Moscheen anderer Grüppchen besuchen musste.
Das tat man dann auch. Mit großen Schwierigkeiten versteht sich. Denn sie hatten ja Mauern in Köpfen. Eine Mauer lief nun gegen die andere. Und der Zusammenprall der Mauern brachte immer einen riesigen Krach mit sich.
Einige Mauern wollten einfach nicht kaputt gehen. Diese Art von Mauern kam fast immer bei den älteren Muslimen vor. Doch man nahm sie geschickt auf oder ignorierte sie einfach.

Die Grüppchen machten immer mehr gemeinsames und wuchsen so zusammen.
Mann machte gemeinsam Veranstaltungen,
zusammen Unterricht,
lernte gemeinsam Arabisch,
reiste in verschiedene muslimische Länder,
und noch so vieles mehr
Nur die Namen der Grüppchen trennten sie noch. Aber das war kein Problem. Denn die Namen interessierten immer weniger. An denen hielt sich keiner mehr auf.

Die Muslime wurden so wieder stärker.
Man hörte wieder auf sie.
Man konnte sie nicht mehr einfach so übergehen.
Sie entwickelten gemeinsame Sprachrohre.
Sie beeinflussten wieder das Tagesgeschehen in ihrer Umgebung.
Sie brachten der Gesellschaft, also den Menschen in ihrer Umgebung wieder ihre verloren Werte zurück.

So lebten die Muslime glücklich und streuten das Glück in ihrer Umgebung aus!
Bis sie zu ihrem Schöpfer zurückkehrten.

Sohn: Muss ich jetzt schlafen?

Vater: Ja doch. Du musst groß und stark werden, damit die Muslime nicht wieder in diesen Zustand zurückkehren.

Sohn:( setzt sich im Bett hin) Warte Papi. Ich hole mir Hilfe bei Allah. (an dieser Stelle kommt eine Dua des Kindes, welches es kann aber über Brüderlichkeit handeln soll- bitte individuell selber ausdenken)

Vater: Aminnnn kleiner Mann, amin(streichelt wieder über das Haar und geht)

Sohn:(Kind legt sich hin und macht grinsend die Augen zu ) arme Muslime…!

Ende